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Paris-Camembert

 

Nicht gerade mit Freude erfüllte mich das Gefühl, welches ich vor dem Start hatte. Nach anstrengenden Renn- und Reisetagen, fühlte ich mich wie an der 6. Etappe einer Rundfahrt. Der Körper war müde und die Beine schwer. Gleichwohl ging ich motiviert in dieses Rennen, da ich wusste dass es ab Kilometer 100 nur noch hoch und runter ging. Mit schlechten Beinen gestartet, erhoffte ich mir dass die Beine wie bei den vorhergehenden Rennen besser werden. Dies traf leider nicht ein und so begann ab Mitte des Rennens mein Leidensweg. Mit einsetzendem, kaltem Regen begann ich dazu noch an zu schlottern, etwas das ich von mir kaum kenne und ein Zeichen der schwäche des Körpers ist. Bei Kilometer 170, rund 30 vor dem Ziel, war es dann um mich geschehen. Ich musste dass auf 50 Fahrer geschrumpfte Feld ziehen lassen und erreichte das Ziel in einer abgehängten Gruppe auf Platz 66. Schade wenn man so ein Tag erwischt, an einem Rennen dass vom Wetter und der Strecke zu einem passt. Die folgenden Tage zeigen dann aber dass ich nicht 100% bei Kräften war und bekam eine leichte Erkältung, die mich aber kurzzeitig sehr ermüdete und schwächte. Gut erholt erhoffe ich mir dann beim schweren Eintagesrennen  Giro dell'Appenino wieder top fit am Start zu stehen.



Nationales Kirschblütenrennen in Österreich

 

Bei einem der traditionsreichsten Rennen in Österreich standen wir gleich mit 13 Fahrern am Start. So gab es beim Rennen rund um Wels nur ein Ziel und das war als Siegermannschaft heimzukehren. Offensiv starteten wir das Rennen um sicher zu gehen dass sich keine Gruppe ohne uns lösen konnte. So traf es dann mich, dass ich nach der ersten Bergwertung alleine vorne weg war und mit einem Fahrer, der sich nach einigen Kilometern zu mir aufschliessen konnte, eine Zweimann Fluchtgruppe bildete. Das Feld gab uns maximal drei Minuten an Vorsprung. Ich konsentierte mich der weilen auf die Berg- und Sprintwertungen, da ich bei dem knappen Vorsprung keine grosse Chance auf ein durchkommen sah. So wurden wir dann auch knapp nach der letzen Bergwertung, die aber schon 40 Kilometer vor dem Ziel abgenommen wurde, von den ersten beiden Fahrer gestellt. Im Finale, dass von vielen Attacken geprägt wurde, habe ich dann die restlichen Kräfte mit Helferarbeit eingesetzt. Durch eine tolle Mannschaftsleistung kam es dann im Sprint zu dem erhofften Teamerfolg durch Jannik Steimle. Nun galt es Trotz langer Reise sich optimal zu erholen, um für das zwei Tage später stattfindende Rennen ''Paris-Camembert'' wieder fit zu sein. 

 



UCI 1.1 Rennen in Frankreich 

 

Für gleich vier Rennen machte ich mich mit meinen Teamkollegen und den Betreuern auf den Weg in Richtung Nordwesten von Frankreich. Innerhalb neun Tagen fanden diese Eintagesrennen, die alle zum ''Coup du France'' gehören, statt. 

 

Classic Loire Atlantique

Wie bei allen vier Rennen war auch das erste nicht von langen Steigungen  geprägt. Trotzdem war der zu befahrene Rundkurs sehr anspruchsvoll. Wind, verwinkelte Strassen und kurze aber knackige Anstiege machten, dass das 183 Kilometer lange Rennen selten an Tempo verlor. Nachdem ich anfangs Rennen eher mühe bekundigte, lief es mir von Minute zu Minute besser und so konnte ich mich im Finale offensiv zeigen. Nach einer Harten Fahrweise auf den letzten Runden, rollte am Schluss ein Grossteil des Feldes wieder zusammen und es kam hinter dem Solisten zu einem Massensprint um Platz zwei, wo ich mich nicht vorne zeigen konnte, aber zum glück auch nicht in den Sturz 300 Meter vor

dem Ziel verwickelt worden bin. Es Resultierte ein uninteressanter Rang 34.

 

Cholet Pays de Loire

Tags darauf war gleich das nächste Rennen. Mit der Ansage des Sportlichen Leiters, mich auf die Fluchtgruppe zu konsentieren, habe ich und Schelling alles daran gesetzt um in diese zu kommen. Nach kräftezehrenden ersten 50 Minuten gelang es uns leider nicht in die Gruppe zu kommen und so lösten sich fünf andere Fahrer vom Feld. Ob sich diese Gruppe schon mit der ersten Attacke bildet oder erst nach 50 Kilometern kann man nie voraussagen. Das schlimmste ist dann aber, wenn du es so lange Probierst und dann mit lerem Tank im Feld hängen bleibst. so galt es für mich möglichst schnell wieder zu erholen um die Kräfte für das Finale wieder zu erlangen. Durch eine Unaufmerksamkeit von uns Fahrern des Teams Vorarlberg Santic, löste sich 50 Kilometer vor dem Ziel eine 21 Fahrer grosse Gruppe ohne uns. Das bedeutete für mich schnell reagieren und mit Hilfe einiger anderen Fahrern diese Lücke möglichst schnell wieder zu schlissen. Dies gelang dann auch, doch nun war der Tank entgültig lehr und auf den schweren Schlussrunden in Cholet war ich dann nur noch am kämpfen um den Anschluss an das immer kleiner werdende Feld zu halten. Als 22. rollte ich in der ersten Gruppe ins Ziel. 

Nun standen einige Tage ohne Rennen auf dem Programm, welch wir zum weiter reisen, erholen und auch trainieren nützten.

 

Route Adelie de Vitre

Wieder auf einem Rundkurs mit eher kurzen Steigungen, wollten wir wieder ein Mann in die Fluchtgruppe bringen. Diesmal lösten sich 9 Fahrer relativ früh und mit Patrick Schelling war auch ein Teamkollege mit vertreten. Leider konnte er den Anschluss nicht bis zum Ende halten, da die Gruppe an diesem Tag den Sieg unter sich aus machten. Der vom Wind geprägte Rundkurs machte auch meinen den anderen Fahrern vom Team mühe. So war ich auf den letzten 30 Kilometern auf mich selber gestellt. Vom Team Ag2r kontrollierten Finale konnte ich, trotz mehreren versuchen, nicht vom Feld lösen

und musste mich dann auf den hektischen Sprint konsentieren wo ich nicht über Platz 20. hinaus kam.  

 

La Roue Tourangelle

Nach einem weiteren Tag ohne Rennen, erhoffte ich mir beim letzen Einsatz doch noch ein Top Ergebnis einfahren zu können. Wie schon bei den meisten Rennen dieser Saison lief es mir in den ersten Rennstunden nicht wirklich. Eine Tatsache die sich nicht wirklich erfreulich anfühlt, sofern die Beine aber in Richtung Finale immer wie besser werden eher ein Zeichen der guten Verfassung. So war es dann auch dieses mal und ich konnte auf den letzen paar Steigungen wieder fleissig das Rennen mitgestallten. Das Glück war aber nicht auf meiner Seite. Als sich nach der letzten kurzen Abfahrt eine Elfer Gruppe löste, war ich zu weit hinten Positioniert. Das gleiche gilt für den Sprint in der Verfolgergruppe, mit der ich das Ziel erreichte und darum verpasste ich trotz guten Beinen als 29. wieder ein top Resultat. 

Es ist ein tolles Gefühl wenn man bei diesen Rennen im Finale das geschehen mitgestallten kann. Wenn ich in den letzen Jahren was gelernt habe, ist es aber dass mann seine Chancen nützen muss, da es von diesen nicht allzu viele gibt!!!



Saisonstart 2.0 in Frankreich

 

Nach fast einem Monat Rennpause, ging es am 4.3. beim GP Lilliers wieder mit dem Rennbetrieb weiter. Das lange warten auf weitere Rennen, war der Tatsache verschuldet,  dass ich Militärdienst leisten musste und darum ende Februar nicht nach Kroatien Reisen konnte, um weitere Rennen zu bestreiten. Dazu war der Aufenthalt in der Armee sicher auch nicht die beste Vorbereitung auf die Rennen. 

Der Fokus und die Motivation für den Einsatz war dann aber sicher da. Wenn auch der flache Rundkurs nicht auf mich zugeschnitten war. Bei nassem und 5 Grad kaltem Wetter galt es für mich aufmerksam zu bleiben und keine Gruppe wegfahren zu lassen, die nicht mit einem Fahrer des Teams bestückt ist und den Weg bis ins Ziel schaffen könnte. Es dauerte rund 80 Kilometer, bis sich eine fünf Mann grosse Gruppe löste. Diese Gruppe konnte erst auf den letzten 20 Kilometer wieder gestellt werden. Für mich war es klar dass es zu einem Massensprint kommen würde. Durch das kräftezehrende Wetter waren über die letze Welle viele aber nicht mehr in der Lage die Tempoverschärfung einiger Fahrer mitzugehen. Ich habe mich leider von dieser Attacke überraschen lassen, obwohl ich wohl die Beine dazu gehabt hätte um mitzugehen. Die Lücke konnten wir dann leider nicht mehr schliessen und so wurde im dezimierten Feld nur noch um platz 9 gesprintet. Als 21. rollte ich dann enttäuschend ins Ziel, mit dem wissen ein weiteres top Resultat auf Eigenverschulden verpasst zu haben.



Erfreulicher Saisonstart mit dem 8. Rang

 

Die Freude war gross, als es am Samstag in Richtung Süden ging, um dort die Saison zu eröffnen. Nach rund sechs Stunden im Auto, kamen wir im Hotel an. Direkt an der Ligurischen Küste gelegen, ging es schon kurz nach Ankunft auf das Rennrad, um die von der Reise trägen Beine wieder auf Betriebstemperatur zu bringen. Dies gab gleich noch die Gelegenheit, um die Schlussrunde vom Rennen zu besichtigen und noch schnell bei der obligatorischen Teamprässentation  vorbei zu huschen. 

Mit einer leichten Anspannung, fuhren wir am Sonntag Morgen zum Start. Dass dies mein erstes Rennen war und die Automatismen noch nicht da sind, bemark ich spätesten als ich ohne Handschuhe an der Startlinie stand. Zum glück hatte ich noch ein paar im Begleitfahrzeug, die ich dann auch im Rennen, in einem ruhigeren Moment aus der Wagenkolonne geholt habe. 

Da ich vom sportlichen Leiter die Möglichkeit erhielt auf Resultat zu fahren, galt es für mich am Anfang möglichst Kräfte zu sparen aber aufmerksam zu bleiben. Bis zum dritten Bergpreis lief dies auch wie geplant und obwohl ich dann weit vorne in die Abfahrt fuhr, löste sich vorne eine 14 Mann starke Gruppe aus dem Feld. Da ich nach der Abfahrt noch der einzige des Teams im auf ca. 70 Fahrer dezimierte Feld war, lag es nicht an mir die Lücke zur Spitzengruppe zu schliessen. Nach den ersten zwei Schlussrunden, die extrem schnell und selektiv gefahren wurden, konnten wir den Anschluss an die Spitzengruppe wieder schaffen. So fand ich mich zwei Runden vor Schluss, hinter dem kurz darauf eingeholten Solist Silvan Dillier, bei den übrig gebliebenen 25 Anwärter auf den Tagessieg. Mit immer Schwerer werdenden Beine ging es 11 Kilometer vor dem Ziel in die letze Runde und zum letzten mal über den Colla Micheri. Das Tempo war gleich zu beginn der Steigung hoch und es sollte im verlaufe des Anstieges nur noch schneller werden. Wehrend dem hinten ein Fahrer nach dem anderen abplatze, konnte ich mich immer im vorderen Teil der Gruppe aufhalten. Als der Italiener und spätere Sieger Moreno Moser, seine Attacke startete, war ich chancen los diese mit zu gehen und so fuhr ich im Verfolger Quintett über den letzten Bergpreis. Leider fuhren, auf den letzten Kilometern, noch einmal sechs weitere Fahrer an unsere Gruppe heran. So kam es hinter dem Solosieger, zu einem Sprint um die weiteren Podestplätze. Mit einem miserablen Schlussspurt klassierte ich mich am Schluss auf dem achten Rang.

Sicher ein Resultat, dass ich vor dem Start nicht erwartet habe. Bei dieser Ausgangslage, hätte ich aber sicher mehr draus machen müssen. Den misslungene Sprint ist auch dem geschuldet, dass ich mich schon länger nicht mehr in dieser Situation befand und mir das so wichtige intuitive Handeln gefällt hat. Die Saison ist aber noch genug lang, um das verpasste nach zu holen.

Da ich noch Militärdienst absolvieren muss, steht mein nächstes Rennen erst wieder am 4.März an und so habe ich die nächste Zeit leider keine Möglichkeit, meine Form in weiteren Renneinsätze zu nützen.

 

Video des Rennens (ab 1:24:00):



Trainingslager in Spanien und Saisonstart am 11.2. bei Trofeo Laigueglia 

 

Wehrend dem in der Schweiz der Winter wieder Einzug hält, habe ich mich mit meinen Teamkollegen in Richtung Süden aufgemacht, um dort den letzten Schliff für den Saisonstart zu holen. In Calpe, Region Valencia, konnte ich vom 28.1.-5.2. bei meist gutem Wetter optimal trainieren. Gleich nach der Ankunft im Hotel galt es bei einer ruhigen rund drei stündigen Ausfahrt den Körper nach der Reise ein wenig in Schwung zu bringen, um dann für die kommenden intensiven Tage bereit zu sein. Über die neun Trainings kamen insgesamt 1265km und 43,5 Stunden im Sattel zusammen. Gespickt mit harten Intervallen und einem Leistungstest, waren dies sehr Umfangreiche Tage. Vor allem der Test hat mir aber gezeigt, dass ich über den Winter gut gearbeitet habe und auf dieses Jahr noch einmal einen Schritt nach vorne machen konnte. Ich denke die Form stimmt.

 

Diese gilt es dann auch gleich am nächsten Sonntag zu bestätigen. Bei der italienischen Trofeo Laigueglia, werde ich nun mein erstes Rennen, für das Team Vorarlberg Santic, bestreiten. Das Eintagesrennen, welches zur 1.HC Stufe gehört und zum bereits 55. mal ausgetragen wird, gilt als ein sehr selektives Rennen. Dies verspricht sicher viel Hochspannung und wird vorallem auf den vier schweren Schlussrunden zu einem Ausscheidungsfahren führen.

Diese Rennen möchte ich sicher als Standortbestimmung nützen und gleichwohl erhoffe ich mir die Saison mit einem guten Resultat starten zu können. Nun kann ich es kaum erwarten, wieder eine Nummer an das Trikot zu montieren und an die Startlinie zu stehen. 



Wechsel zum Team Vorarlberg Santic

 

Ab 2018 werde ich in den Farben der österreichischen Continental Mannschaft an den Start gehen.

Nach insgesamt sechs Jahren beim Team Roth, ist es nun Zeit für eine Veränderung. In der Mannschaft, welcher ich seit der Gründung im Jahre 2012 angehörte, habe ich viele schöne aber auch schwierige Momente erlebt. Obwohl das Team für die kommende Saison weiter bestehen wird, ist der Entscheid für einen Neuanfang beim Team Vorarlberg Santic sicher der richtige gewesen.

Die in Rankweil beheimatete Equipe, die von den Gebrüdern Thomas und Johannes Kofler seit 20 Jahren geführt wird, gilt als gut strukturiert und sehr familiär. 

Im Hotel Tannbergerhof in Lech am Arlberg, wo im Dezember das erste zweitägige Treffen statt fand, hat sich dies dann auch gleich bestätigt. Auch das 16 Fahrer umfassende Kader hat sich dort zum ersten mal getroffen und ich bin mir sicher, dass wir in dieser Saison viel zusammen erreichen werden.